Rückblick Wettbewerb 2018/2019

Ein neuer Titelträger

Der neue „Finanzberater des Jahres“ heißt Dirk Ostheimer und überzeugte mit gutem Timing beim Depottest sowie umfangreichem Fachwissen beim Fragenteil

von Ralf Ferken

 


Unser Partner

Carsten Holzki

Carsten Holzki, Head of Sales, (Non-Banks), Invesco Asset Management Deutschland GmbH:

„Über Geld spricht man nicht“, ist eine hierzulande weitverbreitete Haltung. Über Geld muss man aber sprechen. Denn wer nicht über Geld spricht, läuft im Alter Gefahr, keines zu haben. Was für die Finanzbildung der Anleger gilt, trifft auch für bankgebundene wie für freie Berater zu. Nur wer bestens ausgebildet ist, kann einen immer besser informierten und kritischen Privatanleger glaubwürdig und erfolgreich beraten. Die besten Finanzberater zu finden und auszuzeichnen ist uns als Unternehmen der Fondsindustrie daher besonders wichtig. Denn ein guter Finanzberater ist ein Botschafter der gesamten Fondsindustrie.


 

Der neue „Finanzberater des Jahres“ heißt Dirk Ostheimer (50) aus München. Der studierte Diplom-Kaufmann, der bei Plückthun Global Asset Management der Geschäftsleitung angehört, glänzte beim €uro-Wettbewerb in beiden Teildisziplinen, die die Teilnehmer bewältigen müssen. In der Depotwertung belegte er den zweiten Platz und in der Wissenswertung sogar den ersten Platz. Damit war ihm der Gesamtsieg unter den 270 Teilnehmern nicht mehr zu nehmen.


Beim Depottest investierte Ostheimer anfänglich in Geldmarktfonds, weil er bei Aktien und Anleihen mehr Risiken als Chancen erkannte. „Ende Oktober habe ich aber eine Chance im türkischen Markt gesehen und diese über Aktienund Rentenfonds genutzt“, erklärt er. „Gegen Ende des Wettbewerbs habe ich die Gewinne dann mitgenommen und so das Depotergebnis abgesichert.“ Mit dieser Strategie erreichte Ostheimer während der sechsmonatigen Wettbewerbsdauer eine Rendite von fast acht Prozent, ohne dass die Schwankungen aus dem Ruder liefen.


Beim Wissenstest profitierte Ostheimer von seiner Erfahrung. „Seit meinem BWL-Studium an der LMU in München bin ich in der Finanzdienstleistungsbranche tätig“, sagt er. „Das sind nun mehr als 26 Jahre.“ Seine Aufgaben sind dabei vielseitig geblieben. So ist er heute an der Verwaltung des liquiden Vermögens seiner Mandanten beteiligt, berät sie aber auch bei Versicherungsfragen. „Unsere Mandanten kommen dabei aus allen gesellschaftlichen Schichten: Sie verdienen ihr Geld als Angestellte, Handwerker oder Freiberufler, Unternehmer oder Geschäftsführer der eigenen GmbH“, erklärt Ostheimer. „Manche genießen als Rentner, Pensionär oder Privatier auch die Früchte der eigenen Arbeit.“ Zudem bildet Ostheimer sich laufend fort, um sein Know-how immer wieder aufzufrischen. So schloss er etwa erfolgreich eine Fortbildung zum „Certified Financial Planner (CFP)“ und zum „geprüften privaten Finanzplaner“ ab.

Finanzberater des Jahres 2019 - Die Gewinner


Dreimal Top Ten. Den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegt Bernhard Plückthun (52) aus München. Der Ge- schäftsführer von Global Assekuranz Versicherungsmakler erreichte mit Platz 3 im Depottest und Platz 5 im Wissenstest ebenfalls ein exzellentes Ergebnis. Bereits in den Jahren 2016 und 2017 hatte er den zweiten und fünften Platz in der Gesamtwertung erreicht.

Gesamtwertung - Finanzberater des Jahres 2019

Auch Plückthun startete in die Depotwertung zunächst mit einem schwankungsarmen Depot aus Geldmarktfonds. Als der türkische Aktienmarkt und die türkische Lira im Verlauf des Augusts massiv einbrachen, hielt er dies für übertrieben und nutzte die Chance, um mit Aktien- und Rentenfonds von einer kurzfristigen Erholung zu profitieren. „Dies hat bis Mitte Oktober gut funktioniert, sodass ich dann die Gewinne gesichert habe und wieder in den Geldmarkt gewechselt bin“, erklärt er.


Auch bei den langfristig aufgestellten Depots seiner Mandanten agiert Plückthun auf diese Weise. „Aber nur mit einem Teil der Depots“, sagt er, „da wir insgesamt breit diversifiziert investieren.“ Im Fragenteil kam Plückthun neben seiner über 30-jährigen Berufserfahrung auch seine Qualifizierung zum Financial Planner zugute. „Ich begleite einige Mandanten bereits über viele Jahrzehnte und verschiedene Lebensphasen, sodass ich dabei mit allen Themen der Finanz- und Ruhestandsplanung konfrontiert werde“, erklärt der Versicherungsfachmann. Seine Kollegin Vanessa Vigelahn (29) schnitt beim diesjährigen €uro-Wettbewerb ebenfalls erfolgreich ab und erreichte den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Depot- und Wissenswertung - Finanzberater des Jahres 2019

Starke Defensive. In der Depotwertung kam an Stefan Keller (51) von der Förde Sparkasse, Kiel, niemand vorbei. Auch der Diplom-Kaufmann, der vermögende Privatkunden berät, setzte beim €uro-Wettbewerb erfolgreich auf ein Comeback türkischer Wertpapiere.

Mathias Storch (46), der bei BNP Paribas Wealth Management in Nürnberg vermögende Privatkunden berät, bestückte sein Portfolio deutlich vor- sichtiger und erreichte damit Platz 9 in der Depotwertung. „Von Anleihen habe ich von Anfang Juni bis Ende November keine Rendite erwartet, sodass ich auf 75 Prozent Offene Immobilienfonds und 25 Prozent Gold gesetzt habe“, sagt Storch. „Auf diese Weise konnte ich mein Ziel einer positiven Rendite bei möglichst geringer Volatilität erreichen“, erklärt er. Kurzfristig rechnet Storch angesichts der politischen Unsicherheiten mit volatilen Börsen, auf mittlere Sicht stimmt ihn das weiterhin moderate Wirtschaftswachstum aber positiv.

Erfolg mit Startdepot. Mario Ammer (44) aus München hielt beim Wettbewerb am Startdepot aus vier ETFs fest. Auf diese Weise büßte der Partner der Finanzstrategen- Gruppe mit Euroland-Aktien und Rohstoffen etwas ein, gewann mit Nasdaq-Werten und US-Staatsanleihen aber etwas dazu. Im Fragenteil fehlte bei ihm nur wenig zu einer Top-Platzierung, sodass er in der Gesamtwertung eine Top-100-Platzierung erreichte. Ammer betreut Zahnärzte, Ärzte, Apotheker, Klinikinhaber und mittelständische Unternehmer. „Diese Kundengruppe unterstützen wir bei ihrem privaten Portfolio und ihren Immobilien sowie bei unternehmerischen Entscheidungen und der Nachfolgeplanung“, sagt er.