Rückblick Wettbewerb 2017/2018

Der Doppelsieger

Der neue "Finanzberater des Jahres" heißt Wilfried Stubenrauch. Er gewinnt den €uro-Wettbewerb damit bereits zum zweiten Mal

von Ralf Ferken

Der Sieger beim €uro-Wettbewerb zum "Finanzberater des Jahres" heißt Wilfried Stubenrauch. Damit wiederholt der 49-jährige Finanzfachmann aus Schortens bei Wilhelmshaven seinen Erfolg des Jahres 2010. Bereits damals hat ihn das €uro-Magazin zum "Finanzberater des Jahres" gekürt.

Wer diesen Titel erringen möchte, muss ein enormes Fachwissen haben und ein Depot so führen, dass Rendite und Risiko in einem günstigen Verhältnis zueinander stehen. Beide Aufgaben meisterte Stubenrauch unter den rund 350 Teilnehmern in diesem Jahr am besten. Beim Depottest belegte er Platz 4, beim Wissenstest Platz 12. Damit war ihm der Sieg in der Gesamtwertung nicht zu nehmen.

Auf den Plätzen hinter Stubenrauch folgen weitere hochkarätige Teilnehmer. Das gilt für Stefan Hölscher (52) aus Hannover, der mit Stubenrauch zusammen den Dachfonds S & H Globale Märkte managt. Oder für Frank Fieber (58) auf Platz 5, der den €uro-Contest 2006 und 2011 gewann.

Finanzberater des Jahres 2018 - Die Gewinner

Handwerklich sauber. Platz 3 der diesjährigen Gesamtwertung belegt Michael Bergmann (42). Für €uro-Leser ist der Senior Partner der Deutschen Wertpapiertreuhand ebenfalls kein Unbekannter. Bereits 2014 erreichte Bergmann den dritten Platz der Gesamtwertung.

Bei der Deutschen Wertpapiertreuhand betreut er mit seinen Partnern Mario Hahn und Marc Riebe von Berlin und Cottbus aus die Vermögen von Privatanlegern, Stiftungen und Firmenkunden. "Wir möchten für unsere Kunden handwerklich saubere Portfolios aufstellen", sagt Bergmann. Dazu gehört für ihn eine gute Mischung aus Aktien, Renten und weiteren Wertpapieren, die kaum miteinander korrelieren. Beim Depottest des €uro-Wettbewerbs verfährt er entsprechend und investiert in fast alle relevanten Anlageklassen inklusive Immobilien und Rohstoffe. Dabei kennt Bergmann die Grenzen seiner Prognosekraft und berücksichtigt dies bei der Aufstellung seiner Portfolios. "Meine Mandanten sollen ihre Ziele erreichen, möglichst unabhängig von Vorhersagen zur Entwicklung der Märkte", erklärt er.

Die Basis für Platz 3 in der Gesamtwertung legte Bergmann mit dem zweiten Platz im Wissensteil. Hier profitierte er davon, sich im Verlauf seiner inzwischen 20-jährigen Karriere ständig weitergebildet zu haben. Dies umfasst etwa seine Qualifikationen zum Certified Financial Planner (CFP), zum Certified International Investment Analyst (CIIA) sowie zum Certified European Financial Analyst (CEFA).

"Unter den liquiden Sachwerten sind Aktien nach wie vor mein Favorit", sagt Ganz. Natürlich weiß er, dass Aktien stark gestiegen sind. Um das weitere Potenzial des Aktienmarkts zu ermitteln, arbeitet er jedoch mit etlichen Indikatoren, deren Relevanz er in den vergangenen Jahren getestet hat. Ein Alarmsignal wäre zum Beispiel, sollte der Ölpreis fallen und Staatsfonds dann durch Zwangsverkäufe einen negativen Dominoeffekt auslösen. Gefährlich für die deutsche Industrie könnte es wiederum werden, falls China Probleme bekäme. Mit "Pauken und Trompeten" möchte Ganz daher nicht in Aktien investieren. "An einen Grundstock von Aktien müssen sich Anleger aber wohl gewöhnen", sagt er.

Risiken im Blick. Frank Strippel (51) aus Solingen schneidet beim €uro-Wettbewerb ebenfalls zuverlässig sehr gut ab. Im Jahr 2015 belegte er Platz 2 der Gesamtwertung, 2017 Platz 10.

Strippel arbeitet seit elf Jahren für Plansecur und ist mitverantwortlich für die Fondsauswahl des Hauses. Entsprechend hat er sein Depot beim €uro-Wettbewerb mit Fonds bestückt, die vorwiegend in Fachkreisen bekannt sind. Der Wirtschaftsmathematiker bevorzugt vor allem flexible Fondskonzepte, "deren Manager das Portfolio bei möglichen Kursrückgängen gegebenenfalls absichern können". Denn neben der Rendite achte er zugleich auf das Risiko, betont Strippel. So hält er beispielsweise vermögensverwaltende Fonds von Peter Dreide, Frank Fischer, Hendrik Leber und Lars Rosenfeld. Zudem achtet Strippel in der Beratungspraxis darauf, inwiefern die Fonds nachhaltige Kriterien einhalten. "Daran zeigen immer mehr Kunden ein großes Interesse", sagt er.