Rückblick Wettbewerb 2015/2016

Ein würdiger Sieger (Euro-Ausgabe 02/2016)

Peter Hoppe aus Menden im Sauerland ist der „Finanzberater des Jahres“. Der Chef der HOPPE VermögensBetreuung holte in der Gesamtwertung die meisten Punkte.

von Ralf Ferken

Es ist vollbracht: Der neue „Finanzberater des Jahres“ heißt Peter Hoppe (48). Der Gründer und Chef der HOPPE VermögensBetreuung holt damit den zweiten Goldenen Bullen nach Menden ins Sauerland. Vor vier Jahren hatte bereits sein Kollege Gerd Petermann (38) den €uro-Wettbewerb gewonnen. 

Finanzberater des Jahres 2016 - Die Gewinner

Hoppe ist ein würdiger Titelträger. Denn er glänzte in beiden Disziplinen, die die Teilnehmer beim €uro-Wettbewerb bewältigen müssen. Er belegte Platz 3 beim Depottest und Platz 1 im Wissensteil — und erreichte damit den ersten Platz in der Gesamtwertung. „Beide Teile des Wettbewerbs waren knifflig und schwierig“, sagt Hoppe im Nach-hinein. Tatsächlich schwankten die Börsenkurse im Verlauf des Wettbewerbs vom 1. Juni 2015 bis zum 1. Dezember 2015 teils beträchtlich. Und auch der Wissensteil forderte die Teilnehmer heraus. Denn unser Wissenspartner, die Berliner GOING PUBLIC Akademie für Finanz-beratung, stellte etliche Fragen zu neuen gesetzlichen Regelungen, die einen hohen Rechercheaufwand erforderten. Bernhard Plückthun (49) sieht darin aber auch Vorteile. „Auf diese Weise bleibt man am Ball“, sagt der Geschäftsführer des Münchner Versicherungsmaklers Plückthun & Braune. Plückthun kämpfte mit Hoppe lange um den Gesamtsieg, musste sich am Ende aber knapp geschlagen geben. 

Plückthun ist eigentlich ein Experte für Versicherungen. Gleich nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann machte er sich im Jahr 1984 als Versicherungsberater selbstständig und leitet das von ihm 1988 gegründete Unternehmen Plück-thun & Braune bis heute. „Mittlerweile decken wir für unsere Mandanten in -Zusammenarbeit mit der Vermögensverwaltung Plückthun Asset Management alle finanziellen Themen ab“, sagt er.

Verluste vermeiden. Das beste Depot aller Teilnehmer managte Heiko Juppien (47). In seinem Portfolio setzte der für -Essen zuständige Regionaldirektor der Düsseldorfer Laureus AG auf Absolute-Return-Fonds, die von höheren Kursschwankungen profitieren können. Juppien bewies damit einen guten Riecher.

Denn er nahm zu Recht an, dass die Börsen im Verlauf der zweiten Jahreshälfte stark schwanken würden. Zudem setzte er zwischenzeitlich immer wieder auf eine Erholung der Aktienmärkte und nahm anschließend Gewinne mit.

Insgesamt erzielten beim Depottest nur neun Teilnehmer eine positive Rendite. Das lag vor allem an der turbulenten Börsenentwicklung seit dem 1. Juni 2015, als €uro den Wettbewerb startete. Ehe sich’s die Teilnehmer versahen, lagen alle vier ETFs aus ihrem Startdepot bereits in den roten Zahlen — und blieben es bis zum Schluss des Wettbewerbs am 1. Dezember 2015. 

So verlor etwa der ComStage Commodity ex-Agriculture ETF für Rohstoffe im Verlauf des Wettbewerbs 25 Prozent. Auch der iShares Core DAX ETF für deutsche Aktien verbuchte ein Minus von 4,4 Prozent, der PowerShares FTSE RAFI US 1000 ETF für US-Aktien gab um 1,2 Prozent nach. Einzig der db X-trackers iBoxx Sovereign Eurozone 10-15 ETF für lang laufende Euro-Staatsanleihen erholte sich wieder und erreichte mit einem Plus von 2,6 Prozent die schwarzen Zahlen. 

Finanzberater des Jahres 2016 - Gesamtwertung

„Am Anfang ging es beim Depottest zunächst darum, Verluste zu vermeiden“, bestätigt Peter Hoppe. „Die hätte man ansonsten kaum wieder wettmachen können.“ Die Erfolgsstrategie war in der Rückschau sehr einfach. Wer Anfang Juni sofort in Geldmarktfonds umschichtete, baute gegenüber den anderen Teilnehmern einen stattlichen Vorsprung auf. Auf diese Strategie setzten auch Hoppe und Plückthun. „Zudem gab es nur wenige Zeitfenster, in denen die Kurse nach oben gingen“, erklärt Hoppe. Solch ein Zeitfenster bot zum Beispiel der 24. August 2015, als die Aktienkurse weltweit einbrachen. Hoppe und Plück-thun nutzten diese Chance, um ihre Aktienquote zu erhöhen. Auf diese Weise erzielten sie eine positive Rendite mit -ihrem Depot. Doch nur vier Teilnehmer mit einer positiven Wertentwicklung erreichten die Top Ten der Depotwertung. Grund: €uro bewertet die Rendite dort nur mit 70 Prozent. Mit 30 Prozent geht die Volatilität in die Wertung ein. Wer mit seinem Depot nur geringe Kursschwankungen verursachte, konnte Teilnehmer mit einer höheren Rendite deshalb überflügeln.

Bekannte Namen. Im Wissensteil errangen Hoppe sowie drei seiner Kollegen die höchste Punktzahl. Mitja Ganz (43), der Leiter der MLP-Außenstelle in Hof, schnitt bei den Fragen genauso gut ab und legte den Grundstein für eine Top-Ten-Platzierung in der Gesamtwertung. Eine solche Platzierung erreichte er bereits zum sechsten Mal. Dies gelang bislang keinem anderen Teilnehmer. 

Finanzberater des Jahres 2016 - Weitere Top-Berater

Zudem punkteten mit Frank Fieber (56) und Wilfried Stubenrauch (47) zwei ehemalige Gewinner des Goldenen Bullen im Wissensteil. Stubenrauch hatte den Titel „Finanzberater des Jahres“ im Jahr 2010 gewonnen, Fieber in den Jahren 2006 und 2011. Wo Peter Hoppe seinen Goldenen Bullen aufstellen wird, hat er noch nicht entschieden. Sein Favorit ist momentan der Gemeinschaftsraum des Unternehmens in Menden, weil dies gut zur Philosophie des Hauses passe. Zwar weiß er um die Leistung, die er vollbracht hat. „Man sollte aber nicht glauben, dass der Einzelne besser ist als das Team“, sagt Hoppe.