Rückblick Wettbewerb 2013/2014

Der Goldjunge

Finanzberater des Jahres In diesem Jahr geht der Titel an Jürgen Hager von ProLucra aus Zwickau, einen Experten für Investments in Edelmetalle.

Siebenmal hatte Jürgen Hager (41) bereits beim €uro-Wettbewerb „Finanzberater des Jahres“ teilgenommen, als er sich im Juni 2013 erneut anmeldete. Seine bisherigen Erfolge machten den Chef von ProLucra aus Zwickau zuversichtlich. Fast immer hatte er einen Platz unter den besten 100 Teilnehmern erreicht.

Finanzberater des Jahres 2014 - Jürgen Hager

Diesmal startete Hager aber besser als je zuvor. Am 23. Juli 2013 setzte er sich erstmals an die Spitze der Depotwertung und gab diese Position auch nicht mehr her. Und im Wissensteil konnte er viele Fragen richtig beantworten. In der Gesamtwertung aus Depot- und Wissenstest holte er so die meisten Punkte. Deshalb kürt €uro Jürgen Hager zum „Finanzberater des Jahres 2014“. Der Finanzberater des Jahres ist der einzige Wettbewerb in Deutschland, bei dem die Teilnehmer Börsengeschick benötigen sowie Fachwissen nachweisen müssen.

Beste Versicherung. Hager lebt in Vohenstrauß in der bayerischen Oberpfalz. Der Firmensitz seines Unternehmens ProLucra befindet sich allerdings im sächsischen Zwickau, da der gelernte Bankkaufmann 1999 — vor dem Schritt in die Selbstständigkeit — für eine Privatbank in der Region tätig war. Hager berät seine Kunden bei der Absicherung von Lebensrisiken und der Anlage ihres Vermögens. Seine Leidenschaft gehört jedoch den Edelmetallen. „Ich liebe physisches Gold“, sagt er. Wenn er Kunden besucht, hat er immer einige Goldbarren und -münzen dabei. „Gold ist auf mittlere Sicht ein klarer Kauf, da die finanziellen Probleme der Banken und Staaten nicht kleiner geworden sind“, analysiert er. Für ihn ist Gold die beste Versicherung gegen schlechte Zeiten. „Es ist transportabel und das Ausfallrisiko entfällt“, erklärt er.

Schon immer hatte Hager beim €uro-Wettbewerb auf Gold gesetzt. Diesmal änderte er seine Depotstrategie jedoch gegenüber den Vorjahren. Statt seine Fonds möglichst lange zu halten, kaufte und verkaufte er sie nun oft binnen zwei bis drei Tagen. So nahm er immer wieder zwei bis vier Prozent Gewinn mit, um anschließend wieder einzusteigen. Vorausgesetzt, die Kurse seiner Fonds stiegen wieder. „Die Fonds jeden Tag zu verfolgen war eine Menge Arbeit“, sagt er. Insgesamt nutzte er drei Fonds — den Goldfonds HANSAgold USD, den Goldminenfonds Stabilitas Pacific Gold+Metals P sowie den Geldmarktfonds AL Trust Euro Cash zum Geldparken.

Am erfolgreichsten war Hager mit dem Stabilitas-Fonds. In der Wettbewerbszeit vom 15. Juni bis 15. Dezember 2013 büßte der Goldminenfonds zwar rund 25 Prozent ein — mit seiner bisherigen Kaufen-und-Halten-Strategie wäre Hager also gescheitert. Aber zwischenzeitlich stieg der Stabilitas-Fonds immer wieder stark an. Hätte Hager diese positiven Tage perfekt erwischt, wäre für ihn eine Rendite von über 90 Prozent drin gewesen. Das schaffte Hager zwar nicht ganz. „An einigen Tage habe ich auch Geld verloren“, gesteht er. Aber er war nah am Optimum dran. Zumal er regelbedingt nie das gesamte Kapital in den Stabilitas-Fonds investieren durfte.

Antizyklische Chance. Im Fragenteil arbeitete Hager mit seinen ProLucra-Kollegen sowie mit Achim Wachter von der H+W Financial Solutions Group aus dem oberfränkischen Kronach zusammen, der in der Gesamtwertung den 42. Platz belegt. „Die Fragebogen sind schon der Wahnsinn“, sagt Hager. Aus dem Stegreif könne man vielleicht 30 bis 40 Prozent der Fragen beantworten. Zudem würde oft ein einziges Wort über die richtige Antwort entscheiden. Und stets müsse man auf dem Laufenden bleiben, da die Fragen neue Gesetze und aktuelle Themen behandeln würden. „Aber auf diese Weise kann man sich sehr gut fortbilden“, sagt Hager.

Finanzberater des Jahres 2014 - Gesamtwertung

In den kommenden Monaten möchte Hager die Situation seiner Kunden verbessern. Künftig sollen sie ebenfalls von seiner kurzfristigen Strategie für Goldminenfonds profitieren. Rechtlich ist dies bislang nicht möglich. Deshalb möchte er eine fondsgebundene Vermögensverwaltung anbieten — allerdings nur als Beimischung zu den Kundendepots. Denn Goldminen würden stark schwanken, sagt Hager. Er meint aber auch: „Goldminen sind derzeit sehr preiswert und damit auch interessant für eine langfristige antizyklische Strategie.“ 

Auf den Plätzen hinter Hager ist das Feld sehr eng. Walter Kern (49) und Michael Bergmann (38) kamen erstmals auf das Siegerpodest, nachdem sie im Vorjahr knapp die Top Ten verfehlt hatten. Sandra Ostheimer (42) und Ulrich Weidauer (52) platzierten sich erneut unter den Top Ten. Und Mitja Ganz (41) erreichte das vierte Jahr in Folge den siebten Platz. Wenn am 01. Juni 2014 der Startschuss zum nächsten Finanzberater-Wettbewerb fällt, zählen Hager und Co gewiss wieder zu den Favoriten.  

Finanzberater des Jahres 2014 - Platz 2 und 3