Rückblick Wettbewerb 2008/2009

Finanzberater des Jahres 2009

Ein Familienbetrieb aus einem Frankfurter Vorort etabliert sich als erste Adresse der Republik. Die Assets: brillantes Timing und fundiertes Fachwissen.

Rueckblick FBDJ 2008/2009

Zum Silvesterfest in Flörsheim bei Frankfurt knallten dieses Jahr ein paar Champagnerkorken mehr. Familie Rankers nämlich hatte nicht nur ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zu feiern. Mit Georg, 45, seiner Frau Claudia, 44, und Tochter Rebecca Rankers, 27, belegte der Clan auch die ersten drei Spitzenplätze im Wettbewerb Finanzberater des Jahres.


Diesen veranstaltete das Magazin €uro gemeinsam mit dem Maklerpool Jung DMS & Cie, der Fondsgesellschaft Robeco, der Aspecta-Versicherung und der Steinbeis-Hochschule in Berlin.Gesamtsieger und damit Finanzberater des Jahres 2009 wurde Familienoberhaupt Georg Rankers. Im Depotteil erreichte er 46,2 von 50 möglichen Punkten, im Fragenteil gelang ihm, wie den anderen Familienmitgliedern, sogar die Höchstwertung von 50 Punkten.

Rueckblick FBDJ 2008/2009Bereits in den beiden vergangenen Jahren des Wettbewerbs war Georg und Claudia Rankers der Sprung unter die Top 10 gelungen. Basis war damals wie heute ihr makelloses Ergebnis im Wissensteil – 2008 erstmals von der Steinbeis Hochschule verantwortet.

Kein Wunder, ihre Firma, Rankers Finanzstrategien, ist in erster Linie ein so genanntes Family Office. Dort lassen Familien – meist mit unternehmerischem Hintergrund – ihr Gesamtvermögen betreuen. So wird hier das Fachwissen in allen relevanten Bereichen – von Immobilienmanagement bis Kapitalmarkttheorie – beinahe täglich abgefragt.

Zur eigentlichen Herausforderung für Georg Rankers geriet deshalb der Depotteil des Wettbewerbs: „Das Besondere war die enorme Schwankungsbreite an den Märkten, die für Nervosität und teilweise Panik an den Märkten gesorgt hat“, referiert der oberste Familienplaner.
Was er ruhig und sachlich wie ein ärztliches Bulletin vorträgt, beschreibt den dramatischen Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008. Sachlich ist Rankers immer, und ruhig kann er bleiben, weil er nicht nur sein Wettbewerbsdepot erfolgreich führte, sondern auch die realen Depots seiner Kunden sicher durch den Börsencrash manövrierte.


Gutes Gefühl. Das Fondsdepot des Wettbewerbs steuerte er vom 15. Juni bis zum 15. Dezember durch eine der fürchterlichsten Börsenphasen der vergangenen 30 Jahre zu einem Gewinn von 23 Prozent. Basis war ein Feeling für Timing und der konsequente Einsatz des ShortDAX-ETFs. Dieser Fonds bildet die negative DAX-Performance ab und wurde von vielen anderen Wettbewerbsteilnehmern ebenfalls erfolgreich genutzt.

Auch Anlegern rät Rankers, sich dieses Produkt für die erste Jahreshälfte 2009 zu merken. Denn da sieht der Champion sowohl für Konjunktur als auch für viele Anlageklassen schwarz. „Ich erwarte speziell von den Unternehmenszahlen, die im ersten Halbjahr veröffentlicht werden, einige negative Überraschungen“, sagt er und meint, dass, dies auch zu einer Neubewertung der Aktien führen könne.

Vorsicht Schildkröte. Wenn Rankers Recht behält, könnte Gold der Gewinner des Jahres werden. Sollte sich der Kapitalmarkt nicht stabilisieren, sei Angst dessen Preistreiber. Bei einer Stabilisierung der Situation dagegen würden die schulden-finanzierten Konjunkturprogramme der Staaten in den Fokus rücken, so Rankers. Diese deuten auf Inflation hin – auch ein Grund, Gold zu kaufen. Staatsanleihen als sicheren Hafen anzulaufen, sieht Rankers dagegen als Irrfahrt: „Wenn schon der Staat im Fernsehen mit einer Schildkröte Werbung für Schuldpapiere macht, sollte man vorsichtig sein.
Ähnlich skeptisch geht Mitja Ganz, 36, der Viertplatzierte des Wettbewerbs, ins neue Börsenjahr. Der MLP-Berater aus Hof, der 200 Kundenfamilien berät, fürchtet, dass faule Kreditkarten- und Konsumentenkredite den Finanzsektor 2009 arg belasten werden. Deshalb plädiert auch Ganz für Gold im Portfolio. Sollte allerdings der Großteil der schlechten Nachrichten bereits in den Aktienmärkten eingepreist sein, meint der MLP-Mann, könnten Aktien 2009 schon wieder profitieren. Für diesen Fall hält Ganz Value-Aktien und japanische Werte für aussichtsreich.

Flexibel durch die Krise. Michael Schmid, 33, Geschäftsführer der Plusconsult aus Wendlingen bei Stuttgart, hat in der unübersichtlichen Börsensituation vorwiegend auf einen flexiblen Fonds gesetzt, der für ihn über den Ein- und Ausstieg am Aktienmarkt entschied. Der HWB Alexandra Strategies brachte dem Depot viele Prozentpunkte und Schmid den siebten Platz in der Gesamtwertung.
Ebenfalls am Aktienmarkt aktiv und erfolgreich war Uwe Paul, 41, Geschäftsführer der Cogito Vermögensberatung in Rimpar bei Würzburg. Wie Rankers setzte er beizeiten auf fallende Kurse im DAX und kaufte zum richtigen Zeitpunkt einen US-Dollar-Geldmarktfonds, der vom enormen Kursanstieg des Greenbacks im Oktober profitierte.

Anders als Rankers, Schmid und Paul wagten sich nur wenige Topberater in den Aktienmarkt. Die meisten der Top 20 setzten auf Staatanleihen. Deren stabile Performance half ihnen, ein sehr gutes, schwankungsarmes Ergebnis zu erzielen.

Rueckblick FBDJ 2008/2009 Fazit also nach 24 aufregenden Wochen Wettbewerb: Selbst im schweren Börsenjahr 2008 war es mit der gewissen Expertise möglich, eine positive Performance zu erzielen. Ob mit Staatsanleihen oder gutem Timing am Aktienmarkt – Deutschlands Topberater zeigen, dass fachliche Qualifikation und Depoterfolge zusammenpassen.

Klarer Fokus: Die Eheleute Georg und Claudia Rankers betreuen vorwiegend vermögende Familien.

Michael Schmid, Plusconsult Ltd. aus Wendlingen, schaffte den siebten Platz in der Gesamtwertung (fünfter Platz im Depotteil).

Uwe Paul, Cogito Finanzanalyse, Rimpar bei Würzburg, kaufte zum richtigen Zeitpunkt US-Dollar-Geldmarktfonds und erreichte den 10. Platz in der Gesamtwertung.

Top-Depot: Marcel Lingnau, Guliver Finanzberatung aus Berlin, erzielte die höchste Punktzahl im Depotteil (Platz 5 in der Gesamtwertung).